Der Orgelförderverein Insel Neuenhagen e.V.

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Start Die Orgeln Die Neuenhagener Orgel

Die Neuenhagener Bütow-Orgel

In den Jahren 1901/02 wurde die evangelische Dorfkirche in Neuenhagen anstelle der alten Fachwerkkirche neu gebaut. Der Kirchenneubau erhielt gleichzeitig eine Orgel. In der alten Fachwerkkirche stand nur ein Harmonium zur Verfügung. Die Orgel wurde von der Orgelbauwerkstatt Paul Bütow, Königsberg/Neumark (heute polnisch Chojna) gebaut. Der Orgelbauer ist heute weitgehend unbekannt, da das Wirkungsfeld hauptsächlich in der Neumark lag, die seit 1945 polnisch ist. Die Neuenhagener Orgel ist umso wertvoller, weil sie bis auf die Prospektpfeifen und ein Register als einzige im Original erhalten ist. Die zweite Orgel von Bütow die noch erhalten ist, steht in Groß Lindow. Sie besitzt aber kein originales Pfeifenwerk mehr. Sie ist vermutlich sein Meisterstück, 1876 erbaut. In der Neumark ist nur noch eine Bütow-Orgel erhalten in Görlsdorf (Góralice). Sie baute aber der Vater von Friedrich Bütow, der auch sein Lehrmeister war.

Das Gehäuse der Neuenhagener Orgel ist in einfacher Weise dem Stil der Kirche angepasst. Die Orgel hat 10 klingende Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, die auf Kegelladen mit mechanischer Spiel- und Registertraktur stehen. Die Disposition hat folgende Gestalt:

 

Hauptwerk C-f³ Oberwerk C-f³ Pedal C-d1 Spielhilfen
Principal* 8 Fuß Salicional 8 Fuß Subbaß 16 Fuß Manualkoppel
Bordun 16 Fuß Gedact 8 Fuß Violon 8 Fuß Pedalkoppeltritt
Hohlflöte 8 Fuß Flauto travers 8 Fuß Fortetritt
Octave* 4 Fuß Evacuant

Progressivharmonika

1-3 fach

 

* zum Teil im Prospekt

Der zweimanualige Spieltisch ist mittig am Untergehäuse angebaut. Die Manuale haben entsprechend des Tonumfanges 54 Tasten (Untertasten weiß, Obertasten schwarz belegt) und das Pedalklavier entsprechend 27 Tasten. Die Prospektpfeifen aus Zinn müssten 1917 an die Oberste Heeresleitung für Kriegszwecke abgegeben werden. Sie wurden später durch Zinkpfeifen ersetzt. Im Laufe der Zeit müssten an der Orgel Reparaturen durchgeführt werden. Ein Teil ist inschriftlich in der Orgel nachgewiesen.

Der Orgelförderverein hatte sich bei der Gründung 2008 als erstes Projekt die Wiederherstellung der Bütow-Orgel als Ziel gesetzt. Mit einem Spendenaufruf und einem Programm zur Übernahme einer Patenschaft für die Prospektpfeifen konnte ein wesentlicher Betrag der Mittel für die Restaurierung der Orgel bereitgestellt werden. Die Restaurierung der Bütow-Orgel, die Bestandteil der Gesamtsanierung der Kirche war, wurde von der Eberswalder Orgelbauwerkstatt unter der Leitung von Harry Sander und Andreas Mähnert durchgeführt. Am Sonnabend, dem 08.10.2011, konnte die generalüberholte Orgel in einem feierlichen Gottesdienst wieder in den Dienst der Gemeinde gestellt werden. Das Festkonzert zur Orgeleinweihung spielte der Berliner Domorganist Andreas Sieling.

Kurz vor dem Abschluss der Gesamtsanierung der Kirche wurden die erreichten Erfolge durch einen Kirchenbrand im März 2013 vorerst wieder zunichte gemacht. Die Restaurierte Bütow-Orgel trug schwere Schäden davon und wurde unspielbar. Mittlerweile sind die Instandsetzungsarbeiten an Kirche und Orgel in vollem Gange. Die Orgel ist ausgebaut und wird in der Firma Alexander Schuke, Werder/Havel, wieder hergestellt. Wir sind voller Hoffnung, dass unser Vereinsziel in Neuenhagen bald wieder erreicht sein wird.

 

Aktuelles

Jahresausklang

Liebe Orgelinteressierte,


langsam neigt sich ein ereignisreiches Orgeljahr dem Ende zu.
Unser Vereinsausflug ist schon ein paar Tage her. Unsere Konzertreihe ist mit dem Denkmaltag abgeschlossen.
Wir danken allen, die dabei waren und mit uns Freude daran hatten.
Für den Rest des Jahres wünschen wir einen geruhsamen Ausklang und freuen uns viele von Ihnen auf der Mitgliederversammlung im Februar zu sehen.

Herzliche Grüße
Ihr OVFIN